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Ausgabe 31 vom 1. Dezember 2009 (als PDF):

27. November 2009 – Susanne Löffler

INFOS 2009 – Workshop »Relationale Datenbanken und Normalisierung«

A. Sobottke

In seinem Workshop »Relationale Datenbanken und Normalisierung« stellte A. Sobottke eine Unterrichtsreihe für die Oberstufe vor. Da die Schülerinnen und Schüler in ihrer Alltagswelt häufig Datenbanken benutzen, möglicherweise ohne es zu wissen, ist es sinnvoll dieses Thema im Informatikunterricht zu behandeln. Daher war es erfreulich, dass ein Workshop dazu angeboten wurde.

Skizze der vorgestellten Unterrichtsreihe

Der Einstieg erfolgt über ein aus der Alltagswelt entnommenes Problem. Die Schülerinnen und Schüler sollen sich vorstellen, dass sie einen Ferienjob in einer Videothek angenommen haben. Der Besitzer verwendet immer noch Karteikarten, um die Ausleihvorgänge zu verwalten, möchte aber die Verwaltung umstellen und dazu ein Informatiksystem einsetzen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Karteikarten, auf denen die wichtigen Daten für einen Film angegeben sind. Die Daten der Kunden kommen noch hinzu. Auf dieser Basis entwerfen die Schülerinnen und Schüler ein Entity-Relationship-Modell, das sie zum relationalen Modell weiterentwickeln. Im Anschluss wird der Normalisierungsprozess bis zur 3. Normalform durchlaufen. Während der gesamten Modellierung arbeiten die Schülerinnen nur mit Bleistift und Papier.

A. Sobottke wies darauf hin, dass er in einem Grundkurs die Normalisierung nur bis zur 2. Normalform durchführen lässt und auch keine Implementierung der Datenbank erfolgt. Allerdings sollen die Schülerinnen und Schüler eines Grundkurses zumindest die SQL-Statements erarbeiten.

Durchführung des Workshops

Für jede Teilnehmerin/jeden Teilnehmer des Workshops stellte der Vortragende das Material zur Verfügung, das er auch im Unterricht einsetzt. Der Vortrag und die Lösung von Aufgaben, die auch die Schülerinnen und Schüler im Unterricht erhalten, waren miteinander verzahnt. Zunächst wurde ein Schritt erläutert und im Anschluss sollten die Teilnehmer/-innen den Schritt selbst durchführen.

Es entstanden rege Diskussionen über die entwickelten Modelle, auftretende Probleme und über mögliche Alternativen zu dem vorgestellten Unterrichtsverlauf. Dadurch konnte man bereits Punkte feststellen, an denen auch die Schülerinnen und Schüler Schwierigkeiten haben könnten bzw. an denen auch im Unterricht eine Diskussion entstehen könnte.

Zudem hatte A. Sobottke für alle Teilnehmer/-innen eine CD mit den Materialien zu seiner Unterrichtsreihe vorbereitet, die man gegen ein geringes Entgelt erwerben konnte.

Fazit

Insgesamt habe ich einen sehr positiven Eindruck von diesem Workshop gewonnen. A. Sobottke stellte keine grundlegende Neuerung vor, sondern eine solide Unterrichtsreihe, die jede Lehrerin und jeder Lehrer mit seinen Schülerinnen und Schülern ohne großen Aufwand durchführen kann. Aber gerade darin sehe ich eine Stärke dieses Workshops. Er lieferte eine Idee, wie man das Thema Datenbanken im Unterricht behandeln kann und die Diskussionen führten zu einem regen Austausch über Stärken und Schwächen. Zudem war der Aufbau des Workshops gut durchdacht. Die Verzahnung von kurzen Vorträgen und der eigenständigen Bearbeitung der Aufgaben war abwechslungsreich.

Die vorgestellte Unterrichtsreihe zeichnet sich durch viele positive Aspekte aus. Zum einen verwendet A. Sobottke eine Problembeschreibung, die von der Analyse über den Entwurf bis hin zur Implementierung der Datenbank im Unterricht verwendet wird. Zum anderen wird der Computer erst an dem Punkt eingesetzt, an dem es sinnvoll ist, nämlich bei der Implementierung.

An diesem Workshop kann man meiner Ansicht nach auch gut erkennen, welchen Zweck eine Veranstaltung wie die INFOS erfüllen kann. Es wurden Unterrichtsideen und -materialen zwischen Lehrerinnen und Lehrern ausgetauscht und viel diskutiert, sodass alle Teilnehmer/-innen ihren Unterricht damit bereichern können. Daher ist es wünschenswert, dass Informatiklehrerinnen und -lehrer Veranstaltungen wie die INFOS besuchen und auch die Möglichkeit dazu erhalten.

© Redaktion rhino didactics